Garde und Fanfarenzug

Auf der Basis der Zusammenarbeit mit dem Carnevalsverein entschloss man sich - auch im Hinblick auf das kommende Jubiläumsjahr des Carnevalvereins - eine Garde zu gründen. Diese Garde sollte aus eigenen Reihen der Gemütlickeit aufgebaut werden, da unser Verein genügend junge Mitglieder vorzuweisen hatte. Der finanzielle Aufwand wurde allein von der Gemütlichkeit getragen, und zwar durch Sammelaktionen, Spenden und persönlichen Einsatz in Form von Schneidern der Uniformen. Anläßlich des 50-jährigen Jubiläums des CVW nannte man die neu gegründete Garde die „Jubilatus-Garde":


Man nennt uns Jubilatus-Garde,
und aus dem Wort ist zu erseh‘
vom 11. bis zum Aschermittwoch
sind wir ein Teil vom C.V.W.


(Auszug aus einem Vortrag zur 1. Weilbacher Gardesitzung am 11.1.1958)

Es zeigte sich bald, dass es von größtem Vorteil war, wenn die Garde von einer eigenen Kapelle begleitet würde, die ihr den Takt vorgeben könnte. Da eine eigene Kapelle fehlte, musste die Garde bei Umzügen stets vor oder hinter einer fremden Kapelle marschieren. Die Mitglieder wünschten sich eine eigene Kapelle. Der damalige Vorsitzende Adolf Müller wollte gern einen Mandolinenclub gründen, dies scheiterte jedoch an den fehlenden Notenkenntnisse der Spieler. Stattdessen wurde ein Fanfarenzug mit Landsknechtstrommeln gegründet. Bei einem Polterabend eines aktiven Mitgliedes im Jahre 1958 hatte der Fanfarenzug seinen ersten öffentlichen Auftritt.

Der Fanfarenzug nahm an etlichen Wettbewerben teil und konnte einige Preise und Auszeichnungen erringen.

 

Ende der 60-er Jahre begann die Gemütlichkeit mit ihrem Fanfarenzug den Main-Taunus-Kreis an den Hessentagen zu vertreten. 1968 kam die erste Einladung aus Viernheim. Im Jahr darauf fand der Hessentag in Giessen statt. Auch da nahmen wir teil, ebenso wie 1970 in der Landeshauptstadt Wiesbaden. Im Jahre 1971 war der Fanfarenzug zum Hessentag nach Eschwege eingeladen. Aus diesem Anlass fand ein Vereinsausflug dorthin statt. Die Weilbacher waren auf den Hessentagen immer willkommen und so mancher wird sich an die schönen Tage gern zurückerinnern.

 

Trotz allem kam es Anfang der siebziger Jahre zu Schwierigkeiten, die sich schließlich als unüberwindlich erweisen sollten. Die Musikstücke des Fanfarenzuges waren nicht mehr aktuell. Statt der bewährten Märsche wollte man nun auch Lieder spielen. Dazu wurden Ventilfanfaren angeschafft. Nun waren Notenkenntnisse gefragt, über die viele Spieler nicht verfügten. Eine Lösung schien darin zu bestehen, die Noten in Zahlen umzuschreiben. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass Spieler wie Ausbilder damit nicht zurecht kamen. Der Erfolg blieb aus, die Übungsstunden wurden von den Spielern nicht mehr besucht und somit wurde der Fanfarenzug 1973 aufgelöst.